Ruhig schlafendes Paar – erholsamer Schlaf ohne Schnarchen

Zähneknirschen behandeln in Zürich: Ursachen, Folgen und Behandlung

Zähneknirschen und Zähnepressen (Bruxismus) überlasten Zähne, Kaumuskulatur und Kiefergelenke, oft unbemerkt im Schlaf. Typische Folgen sind abgeriebene Zähne, Verspannungen, Gesichts- oder Kopfschmerzen bis hin zur craniomandibulären Dysfunktion (CMD). Am Anfang steht deshalb die Suche nach den Ursachen: Stress, die Zahnstellung, eine Schlafapnoe oder weitere medizinische, anatomische oder psychische Faktoren. Weil sich diese Ursachen oft nicht kurzfristig und einfach beheben lassen, ist eine individuell angefertigte Aufbissschiene häufig eine hilfreiche Behandlung. Reicht sie allein nicht aus, kann die überaktive Kaumuskulatur zusätzlich mit Botulinumtoxin behandelt werden. Beide Behandlungen führt Dr. Michael Adler im Swiss Dental Center an der Hardbrücke in Zürich durch.

Termin vereinbaren · Behandlung mit Aufbissschiene · Behandlung mit Botulinumtoxin

Woher das Knirschen kommt

„Sich durchs Leben beissen», „an einem Problem herumkauen» oder auch „zähneknirschend etwas hinnehmen»: Wer kennt diese Sätze nicht?

Haben Sie schon einmal darauf geachtet, wie oft Sie Ihre Zähne zusammen haben? Eigentlich sollten diese nur eine halbe Stunde am Tag in Kontakt sein, denn die Zähne sind zum Kauen da. Auch beim Schlucken haben sie nur ganz kurzen Kontakt, sonst aber nicht. Wenn wir nachts mit den Zähnen knirschen oder den ganzen Tag verkrampft sind, wird die Belastung häufig zu gross. Die Muskulatur kann überarbeitet sein, schmerzen und sich verdicken. Dabei ist der Haupt-Kaumuskel, auf den Querschnitt gesehen, bereits der stärkste Muskel des Körpers!

Mögliche Ursachen

  • Stress und psychische Belastung
  • Die Zahnstellung, etwa ein Biss, der für das Kiefergelenk ungünstig ist
  • Eine Schlafapnoe: Atemaussetzer im Schlaf können mit nächtlichem Knirschen und Pressen einhergehen
  • Weitere medizinische, anatomische oder psychische Faktoren, zum Beispiel bestimmte Medikamente

Deshalb gehört bei InterSleep die Frage nach der Atmung im Schlaf zu jeder Untersuchung. Der Onlinetest gibt eine erste Einschätzung.

Das Kiefergelenk

Das Kiefergelenk ist das Gelenk im Körper mit dem grössten Freiheitsgrad und liegt kurz vor dem Ohr. Aus diesem Grund kann man Ohrenschmerzen und Kiefergelenksschmerzen auch leicht verwechseln. Physische und psychische Überbelastungen können zu Fehlstellungen im Kiefergelenk führen und zu Verspannungen beitragen. Ist die Nackenmuskulatur mitbetroffen, kann es zu Spannungskopfschmerzen kommen.

Ein falscher Biss, also eine Position der Zähne zueinander, die für das Gelenk ungünstig ist, kann beim Knirschen oder Pressen, egal ob tagsüber oder nachts, zu Fehlbelastungen und unphysiologischer Abnutzung führen. Die entsprechenden Diagnosen wie craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) oder Bruxismus sind also von vielen Faktoren beeinflusst.

Ineinandergreifende Zahnräder: Sinnbild für das fein abgestimmte Kausystem
Lächelnde Frau mit gesunden Zähnen

Welche Folgen Zähneknirschen haben kann

  • Abgeriebene, abgeflachte oder empfindliche Zähne
  • Verspannte, schmerzende oder verdickte Kaumuskulatur
  • Knack- oder Reibegeräusche und Schmerzen im Kiefergelenk, oft mit Ohrenschmerzen verwechselt
  • Spannungskopfschmerzen, besonders morgens
  • Auf Dauer eine craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)
Transparente Aufbissschiene gegen Zähneknirschen (Bruxismus)

Zwei Behandlungen, die sich ergänzen

Behandlung mit Aufbissschiene

Die individuell angefertigte Aufbissschiene ist häufig die wichtigste Behandlung, solange sich die Ursachen nicht kurzfristig beheben lassen. Sie wird nachts, bei Bedarf auch tagsüber, getragen, verteilt die Kaukräfte gleichmässig, schützt die Zähne vor weiterem Abrieb und entlastet Kiefergelenke und Kaumuskulatur. Die Kosten liegen bei CHF 700 bis 1’400 inklusive Anpassung.

Mehr zur Behandlung mit Aufbissschiene

Kaumuskulatur in der Seitenansicht: Musculus temporalis (Schläfenmuskel) und Musculus masseter (grosser Kaumuskel), die bei Bruxismus überaktiv sind

Schläfenmuskel (Musculus temporalis) und grosser Kaumuskel (Musculus masseter).

Behandlung mit Botulinumtoxin

Bleiben trotz Schiene Verspannungen, Kiefer- oder Kopfschmerzen bestehen, kann die überaktive Kaumuskulatur zusätzlich mit gezielten Injektionen von Botulinumtoxin behandelt werden. Der Muskel arbeitet danach für einige Monate mit weniger Kraft, das Pressen lässt nach. Die Kosten betragen CHF 630 für die erste Sitzung und CHF 540 für Folgesitzungen (Selbstzahlerleistung).

Mehr zur Behandlung mit Botulinumtoxin

Aufbissschiene und Botulinumtoxin im Vergleich

AufbissschieneBotulinumtoxin
WirkprinzipSchützt die Zähne, verteilt die Kräfte, entlastet Gelenke und MuskelnSenkt die Kraft der überaktiven Kaumuskulatur
Geeignet beiJeder Form von Knirschen und Pressen, CMDAnhaltenden Muskelschmerzen, Verspannungen oder Spannungskopfschmerzen trotz Schiene; stark vergrösserter Kaumuskulatur
WirkungseintrittSchutz ab der ersten NachtNach einigen Tagen, voll nach etwa zwei Wochen
WirkdauerMehrere Jahre, je nach BeanspruchungEtwa drei bis sechs Monate pro Behandlung
AufwandScan, Anpassung, nächtliches TragenEine Sitzung von rund 20 Minuten, Wiederholung nach Bedarf
Mögliche NebenwirkungenAnfangs Fremdkörpergefühl, vermehrter SpeichelflussVorübergehend Druckgefühl, kleine Blutergüsse, Schwäche beim Kauen; selten ungleichmässiges Lächeln
ZulassungEtabliertes zahnärztliches StandardverfahrenOff-Label-Use (Anwendung ausserhalb der amtlichen Zulassung)
KostenCHF 700-1’400 inkl. Anpassung; Beteiligung der Grundversicherung möglich, aber nicht garantiertCHF 630 erste Sitzung, CHF 540 Folgesitzung; Selbstzahlerleistung

Beide Behandlungen schliessen sich nicht aus, sondern ergänzen sich: Die Schiene schützt die Zähne, das Botulinumtoxin nimmt der Muskulatur die Kraft. Bei den meisten Patientinnen und Patienten, die eine Injektion erhalten, bleibt die Schiene deshalb Teil der Behandlung.

Welche Behandlung ist die richtige?

  • Ursachen klären. Zuerst wird untersucht, was hinter dem Knirschen oder Pressen steckt. Lässt sich eine Ursache gezielt angehen, etwa eine Schlafapnoe, gehört das zur Behandlung dazu.
  • Aufbissschiene. Weil sich die Ursachen oft nicht kurzfristig beheben lassen, schützt die Schiene in der Zwischenzeit die Zähne und entlastet Gelenke und Muskulatur, besonders bei Zahnabrieb, empfindlichen Zähnen, Kiefergelenkgeräuschen und morgendlichen Verspannungen. Das leistet die Injektion nicht.
  • Botulinumtoxin zusätzlich. Wenn trotz gut eingestellter Schiene, Physiotherapie und Entspannungsmassnahmen Muskelschmerzen, Spannungskopfschmerzen oder ausgeprägtes Pressen bestehen bleiben, oder wenn die Kaumuskulatur durch das ständige Pressen deutlich vergrössert ist.
  • Botulinumtoxin allein. Nur in Einzelfällen, etwa wenn eine Schiene nicht vertragen wird.

Welche Behandlung für Sie sinnvoll ist, ergibt sich aus der zahnärztlichen Untersuchung: Zähne, Kiefergelenke und Kaumuskulatur werden befundet, Schlaf, Stress und Beschwerden besprochen. Weil Zähneknirschen im Schlaf häufig zusammen mit Schnarchen und obstruktiver Schlafapnoe auftritt, gehört bei InterSleep auch die Frage nach der Atmung im Schlaf dazu. Der Onlinetest gibt eine erste Einschätzung.

Häufige Fragen zum Zähneknirschen

Woran merke ich, dass ich mit den Zähnen knirsche?

Häufige Anzeichen sind abgeflachte oder empfindliche Zähne, morgendliche Verspannungen in Kaumuskulatur oder Schläfen, Kopfschmerzen nach dem Aufwachen und Knack- oder Reibegeräusche im Kiefergelenk. Oft bemerken auch Partnerin oder Partner das nächtliche Knirschgeräusch, oder die Zahnärztin sieht die Schliffspuren.

Was ist der Unterschied zwischen Bruxismus und CMD?

Bruxismus bezeichnet das Knirschen und Pressen selbst. CMD (craniomandibuläre Dysfunktion) ist eine Funktionsstörung des Kausystems mit Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen von Kiefergelenk und Kaumuskulatur. Bruxismus kann eine CMD begünstigen; beides wird bei der Untersuchung abgeklärt.

Schiene, Botulinumtoxin oder beides: Was ist für mich richtig?

Zuerst werden mögliche Ursachen geklärt. Die Schiene schützt die Zähne und ist oft die wichtigste Behandlung. Botulinumtoxin kommt zusätzlich infrage, wenn Muskelschmerzen, Verspannungen oder Spannungskopfschmerzen trotz Schiene bestehen bleiben. Bei anhaltenden Muskelbeschwerden ist die Kombination meist am wirksamsten.

Verdacht auf Knirschen oder CMD? Vereinbaren Sie einen Untersuchungstermin im Swiss Dental Center: Online Termin buchen, Telefon 043 444 74 00 oder über das Kontaktformular.

Autor: Dr. med. dent. Michael Adler, MSc – Zahnarzt, schwerpunktmässig tätig in der zahnärztlichen Schlafmedizin · Stand: September 2026 · Grundlagen dieser Seite: S3-Leitlinie „Diagnostik und Behandlung von Bruxismus» (DGFDT/DGZMK) und aktuelle wissenschaftliche Übersichtsarbeiten.

Online Termin buchen